Leder–die richtige Pflege

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Leder–die richtige Pflege

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Leder – ein ganz besonderer Werkstoff

Besonderes Augenmerk verdient das Leder in seiner Qualität und Verarbeitung. Vor dem Einsatz zur Sattelherstellung muss die Farbechtheit, der Abrieb und das sogenannte Narbenfinish geprüft werden. Auch der Prozess des Gerbens ist ein sensibler Vorgang – er sollte vegetabil erfolgen, also auf rein pflanzlicher Basis, ohne Chromzusatz, AZU-Farben und PCP-Konservierungsmittel. Hier sind nicht allein umweltschutzrelevante Aspekte wichtig, sondern diese Stoffe können auch erhebliche Hautreaktionen beim Pferd auslösen und seine Gesundheit beeinträchtigen.

Neueste, stichprobenhafte Untersuchungen haben gezeigt, dass bei namhaften Herstellern der Branche keine Rückstände im Leder nachzuweisen sind und somit sehr viel Wert auf eine verantwortungsbewusste, qualitätsvolle Produktion gelegt wird.

Besonders umweltverträglich ist ein Leder, das mit einem neu entwickelten Gerbverfahren auf Olivenblatt-Basis aktuell (Stand: 2012) auf den Markt gekommen ist. Bei der Ernte von jährlich rund 15 Mio. Tonnen Oliven europaweit fallen gigantische Mengen an Blattwerk an. Aus diesen Blättern gewinnt der Hersteller den neuen Gerbstoff, der das Leder besonders schonend veredelt und die NaCl-Salzfracht in der Lederherstellung auf Null reduziert.

Es entsteht ein Leder mit besonders ausdrucksstarker Oberfläche und von samtartigem Griff. Zur Verwendung kommen nur ausgesuchte Häute europäischer Herkunft. Die Leder-Kollektion wird streng unter den Kriterien des Deutschen Umweltzeichens „Der Blaue Engel“ hergestellt und wurde zum BEST NEW LEATHER 2012 gewählt.

Überblick über einige Ledersorten und deren Einsatzmöglichkeiten:

Vachette-Leder (Rindleder) ist 1,8 bis 2,1 mm stark, liegt in ganzen Häuten vor und wird stark durchgefärbt. Man verwendet es für Sattelkissen und -sitz, Reste dieses hochwertigen Materials werden als Überzieher für den Wulst, als Unterleder für die Knielagen, als Oberleder für Zubuse und Knielagen sowie für Vorstöße verwendet.

Blankleder* (Rindleder) ist 3,5 bis 4 mm stark, dabei aber nicht hart, wird stark durchgefärbt, das Oberleder ist abriebfest und nicht narbenweich. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet es sich für Sattelblätter, Bügelriemenschlaufen, kleine Taschen und Unterteile für Zubusen, Waden- und Kniepauschen.

Wildleder stammt in der Sattelherstellung überwiegend von Rehen, Hirschen und Elchen. Um als echtes Wildleder bezeichnet werden zu dürfen, muss das Leder von wildlebenden Tieren gewonnen werden. Es findet seine Verwenung als Sattelsitz und Knielage.

Auf die Pflege kommt es an

Die richtige Pflege des Leders entscheidet über seine Schönheit und – das ist der entscheidende Aspekt – über seine Haltbarkeit!

Früher kam das Rindleder von Kühen, die altersbedingt zu wenig oder gar keine Milch mehr gaben. Sie waren also schon recht betagt und das so gewonnene Leder war dicker und robuster, wurde oftmals einfach nur gefärbt, verblasste dann aber recht schnell oder rieb durch die Beanspruchung leicht ab.

Heute werden Milchkühe geschlachtet bevor sie das 4. Lebensjahr erreicht haben, da sich dann ihre Milchproduktion reduziert. Die jüngeren Häute sind für Sättel besser geeignet.

Leder ist ein Naturprodukt, das über bestimmte physikaliche Eigenschaften verfügt, die es durch richtige Lagerung und Pflege zu bewahren gilt. Das Ausgangsprodukt hat einen Wassergehalt von 14 bis 18 Prozent und einen Fettgehalt von ca. 1 Prozent (Ausnahme: Schaffelle mit ca. 12 Prozent). Diese beiden Faktoren beeinflussen die Reißfestigkeit, den Griff, den Stand, das Gewicht und die Elastizität des Leders.

Für die Lagerung optimal ist eine möglichst gleichbleibende, mittlere Temperatur bei mittlerer Luftfeuchtigkeit – zu hohe Temperaturen und Nässe begünstigen Schimmelbildung, zu tiefe Temperaturen und trockene Luft führen zur Austrocknung und bewirken Risse und Starre. Deshalb muss Leder unter allen Umständen vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden, da neben den erwähnten Effekten auch ein Ausbleichen die Folge ist.

Eine Reinigung des Leders nach jedem Gebrauch ist empfehlenswert, aber notwendig alle fünf bis sechs Tage. Der Einfluss von Schweiß setzt dem Leder stark zu, sodass der Sattel sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite mit spezieller Lederseife gereinigt werden muss, da sich der Schweiß des Pferdes auch durch die Satteldecke hindurch bis an den Sattel heranarbeitet. Anschließend wird das Leder mit Sattelfett, -wachs oder speziellem Sattelöl behandelt um ein Austrocknen zu verhindern und die Elastizität zu erhalten. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass der Sattel durch das Fetten seine Rutschigkeit verliert und der Reiter besseren Halt bekommt.

Die Sattelseife wird nach dem Reinigen des Sattels nicht abgewaschen, es reicht ein feuchtes, sauberes Tuch zum Nachwischen. Wichtig ist das Trocknen nach der Reinigung und bevor mit speziellem Fett, Wachs oder Öl eingerieben wird. Bei diesem Vorgang sollte man nicht zu üppig arbeiten, denn das Fett würde - in übermäßigem Maße verwendet - die Poren des Leders verschließen und es kann nicht mehr „atmen“. Hilfreich beim Auftragen ist die Verwendung eines Pinsels, da man so sehr schön in alle Winkel des Sattels gelangen kann. Am besten lässt man es ca. 15 Minuten einziehen und reibt dann den kompletten Sattel mit einem Wolltuch ab. So erhält das Leder seinen wunderschönen, matten Glanz und ist optimal gepflegt. So bearbeitet, wird ein gutes Leder im Laufe der Zeit immer geschmeidiger.

Wichtig ist die Qualität der verwendeten Pflegeprodukte und es ist ratsam, auf hochqualitative Markenprodukte zurückzugreifen. Viele der heute erhältlichen Mittel beeindrucken durch den Vorteil, dass sie Reinigung und Pflege in einem Schritt ermöglichen, haben aber den Nachteil, dass sie u.U. aggressiv sein können und bei dauerhaftem Einsatz das Leder eher schädigen als schützen.

   



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