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Führ(ungs)positionen

Aus Pferde-Zucht-Sport
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Führ(ungs)positionen

Veröffentlicht am Hajo Seifert http://www.hajo-seifert.de 23:29, 15. Dez. 2007 (CET)



Je nach Ausbildungsstil (u. a. entsprechend der Reitweise) werden unterschiedliche Führpositionen gelehrt.

Sowohl im Rahmen des so genanten Dominanztrainings, als auch für die Ausbildung des Gelände- und Wanderreitpferdes benötigen wir zumindest 2, besser noch 3 dieser Positionen (in den Richtlinien für Reiten und Fahren der FN wird dagegen nur eine Führposition gelehrt). Auf die übrigen Positionen (z.B. nach S. Solinski 4 Positionen) soll hier nicht näher eingegangen werden, denn sie dienen in bestimmten Reitweisen der Vorbereitung des Pferdes vom Boden aus auf das Reiten.

Zuerst einmal muss man sich vergegenwärtigen, welche Bedeutung den jeweiligen Positionen aus der Sicht des Pferdes als Herdentier und in der Herdenordnung zukommt.

  • Das Führungspferd (Leitstute) geht vor der Herde. Ihr kann man als Pferd vertrauensvoll folgen. Die Leitstute stellt die Barriere dar, die normalerweise nicht überholt wird und die auch bremsend wirken kann.
  • Das ranggleiche Pferd (Partnerposition) geht auf gleicher oder ähnlicher Höhe. Von ihm gehen weder treibende, noch führende Impulse aus und seine „Wünsche“ müssen in einer Herde nicht respektiert werden.
  • Die treibende Position ist hinter dem Pferd! Dort läuft der Leithengst, der seine Herde hinter der Leitstute hertreibt, bzw. auch die Herde zusammen hält

Daraus folgt schon, dass die Führungsposition neben dem Pferd (Partnerposition, z.B. in Schulterhöhe) die schwerste Position ist, die der Mensch überhaupt einnehmen kann, wenn der gegenseitige Respekt und das Vertrauen (z.B. bei einem jungen oder neuen Pferd) noch nicht geklärt sind!

Es liegt in der Natur des Pferdes, dem ranghöheren Tier zu folgen oder sich von ihm treiben zu lassen. Führtraining mit jungen oder fremden Pferden sollte sich an diesen Grundsätzen orientieren.


Führungsposition der Leitstute

Für den Menschen nicht immer ganz einfach (weil man glaubt, in einer gefährlichen Position zu sein), aber für das Pferd völlig normal, ist die Führposition der Leitstute, also vor dem Pferd. Hierbei geht man leicht versetzt in einem Winkel zwischen 10 Grad bis 90 Grad vor dem Pferd.

Diese Position signalisiert dem Pferd von Beginn an den Führungsanspruch des Menschen. Kaum ein Pferd wird diese grundsätzlich missachten, muss aber im Bedarfsfall zurecht gewiesen werden.

Die Seiten können und sollen gewechselt werden, wobei man länger auf der „steifen Seite“ des Pferdes geht (meist ist es die rechte Seite), um bereits in diesem Stadium mit der Gymnastizierung des Pferdes zu beginnen.

Das Pferd soll lernen, dem Menschen in dieser Position (am lockeren Führseil) überall hin und in unterschiedlichem Tempo willig zu folgen.

Für den Geländereiter ist das Führen aus dieser Position heraus häufig wichtig, wenn es gilt Engstellen zu passieren, die das nebeneinander Laufen nicht gestatten.


Führposition des Leithengstes

Deutlich schwieriger ist das Führen des Pferdes aus der treibenden Position des Leithengstes, also aus einer Position hinter dem Pferd. Hierbei geht man leicht versetzt in einem Winkel zwischen 10 Grad bis 90 Grad hinter dem Pferd.

Je weiter der Mensch die Position hinter dem Pferd einnimmt, desto treibender werden seine Einwirkungen (auch Stimme). Dagegen bestehen in dieser Position nur eingeschränkte Möglichkeiten, ein Pferd zurück zu halten.

Auch diese Position ist für das Pferd eindeutig und signalisiert den Anspruch des Menschen als ranghöheres Lebewesen (Leithengst).

Auch aus einer solchen Position heraus soll das Führen des Pferdes geübt werden. Dabei ist es insbesondere wichtig, dass das Pferd dabei lernt, nicht davon zu stürmen, sondern willig auf die Hilfen des Menschen zu reagieren, insbesondere auch „bremsende“ Hilfen (z.B. Stimme oder auch durch leichtes Annehmen des langen Führstricks oder Longierleine).


Führposition neben dem Pferd

Aus der Sicht des Pferdes ist dies die missverständlichste Führposition, die der Mensch einnehmen kann. Neben dem Pferd in Schulterhöhe (Partnerposition) gehen üblicherweise ranggleiche oder auch rangniedere Partner. Die „Wünsche“ eines ranggleichen Partners wird aber ein Pferd in der Natur und in der Herde kaum respektieren! Schon alleine die Tatsache, dass dieser „Partner Mensch“ auf gleicher Höhe läuft, jedoch gleichzeitig Ansprüche an den Gehorsam des Pferdes stellt, ist zunächst einmal für das Pferd wider jegliche Herdenordnung!

Das Führen eines Pferdes in dieser Position wird daher nur zufrieden stellend funktionieren, wenn und nachdem das Pferd gelernt hat, dass der Mensch immer und egal an welcher Position er sich befindet, den Anspruch des Führenden geltend macht und dies auch so vom Pferd akzeptiert wird.

Pferde, die dieses nicht gelernt haben, werden sich aus dieser Position nur schwierig führen lassen – oftmals sogar selbst versuchen, die Führung zu übernehmen! Dennoch benötigen wir diese Position und Akzeptanz für die tägliche Arbeit mit dem Pferd!


Führausbildung

Entsprechend beginnt die Führausbildung des Pferdes mit dem Führen in der Position der Leitstute und das Pferd läuft hinter dem Menschen her. Danach folgt das Führen des Pferdes von hinten aus der treibenden Position des Leithengstes.

Erst wenn sich das Pferd aus diesen beiden Positionen heraus willig in verschiedenen Tempi führen lässt, folgt das Führen aus der Partnerposition neben dem Pferd in Höhe vor der Schulter (bereits hinter der Schulter beginnt die treibende Position).

Ein gut ausgebildetes Pferd sollte sich aus all diesen drei Positionen willig führen und anhalten lassen, und auf die Hilfen des Menschen angemessen und wunschgemäß reagieren. Selbstverständlich ohne am Führstrick zu ziehen!

   



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Zitate und Sprüche rund ums Pferd:
„Hilfszügel sind für Hilfsschüler. Die Ausbildung eines Pferdes braucht Zeit und Geduld, aber unter gar keinen Umständen Hilfszügel!“

– Claus Penquitt

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