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2013-Weltcup-Debakel für deutsche Springreiter in Göteborg

Aus Pferde-Zucht-Sport
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Weltcup-Debakel für deutsche Springreiter in Göteborg

Die deutschen Springreiter erlebten beim Weltcup-Finale in Göteborg am Wochenende eine herbe Enttäuschung. Nachdem nur vier Reiter in die Endrunde eingezogen sind, schaffte es keine deutsche Paarung ins Ziel. „Das ist frustrierend. So habe ich mir das nicht vorgestellt“, sagte Bundestrainer Otto Becker. Das Team um den dreimaligen Weltcup-Sieger Marcus Ehning lieferte das schlechteste Ergebnis seit Jahren ab. Den Sieg holte die Amerikanerin Beezie Madden mit Simon.

Nach dem Debakel konnte keiner so richtig sagen, was ausschlaggebend für den Misserfolg war. „Es hat sportlich hier einfach nicht gepasst. Die Reiter waren eigentlich gut vorbereitet. Wir müssen jetzt analysieren, woran es lag“, meinte Becker, der noch nicht von einer Krise sprechen wollte, gegenüber den Sportnachrichten der „dpa“. Dabei hatte sein Team auch bei der Olympiade in London 2012 schon die Medaillenränge verpasst.

Ludger Beerbaum, der erfolgreichste deutsche Reiter der letzten 25 Jahre, nannte zumindest einen Grund. „Das ist auch systembedingt mit immer mehr lukrativen Turnieren“, erklärte Beerbaum den Sport News : „Es ist eine Hatz, aber wir können es nicht zurückdrehen.“ Demnach muss er seine Starts nach wirtschaftlichen Gründen auswählen. Allein seine Stallungen in Riesenbeck verschlingen jährlich rund zwei Millionen Euro an Fixkosten. Da sind die Preisgelder natürlich eine wichtige Einnahmequelle.

„Wenn man sich den Turnierkalender ansieht, dann wird die EM fast zur Nebensache“, gab auch der Weltranglistenerste Christian Ahlmann zu, der beim Weltcup ebenfalls das Finale verpasste. „Man muss sich sicher kritisch hinterfragen“, sagte der Weltcup-Gewinner von 2011, der am Wochenende vor der Entscheidung in Göteborg mehr als 15 000 Kilometer zwischen Turnieren in Hagen bei Osnabrück und in Peking pendelte. „Am Ende leiden die Championate, es fehlen vielleicht die letzten Prozente.“ Die wirtschaftliche Lage zwingt also die Reiter zu solchen anstrengenden Touren. „Für den Bundestrainer ist das schwer“, erklärte Beerbaum.

Becker sieht jedoch auch, dass der deutschen Auswahl der Nachwuchs fehlt. „Wir brauchen ein paar Top-Paare mehr, um wieder siegen zu können. Im vergangenen Jahr hatten wir noch acht Paare im A-Kader, jetzt sind es nur noch fünf.“ Und außer den „üblichen Verdächtigen“, wie Christian Ahlmann, Marcus Ehning, Meredith Michaels-Beerbaum und Ludger Beerbaum machte nur der WC-Debütant Hans-Dieter Dreher Hoffnung. Aber auch er musste sich früh aus dem Wettbewerb verabschieden, nachdem er im ersten Umlauf am Schlusstag auf seinem zwölfjährigen Hengst Embassy vier Abwürfe leistete.

„Ich habe ja schon einiges erlebt in meinem Reiter-Leben. Aber so schwierig wie heute war es noch nie“, sagte der Newcomer. Auch bei den Top-Pferden fehle demnach der Nachwuchs. „Uns fehlen im Moment die überragenden Pferde. Die Decke wird dünner.“ Einen Shutterfly, der Meredith Michaels-Beerbaum dreimal zum Weltcup-Sieg trug, hat derzeit kein deutscher Reiter. „Wir sind bei den Pferden in einem Umbruch“, erklärte auch Dennis Peiler, Sportchef bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Bis zur EM im August ist deswegen keine Besserung in Sicht. Deshalb steckt man die Ziele langfristiger. „Unser nächstes großes Ziel ist die WM im kommenden Jahr, da müssen wir uns für die Olympischen Spiele in Rio qualifizieren“, so Peiler.

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